.....von Heiden 5 kilometer

                 Radtouren im Münsterland.

                                           .....mein Münsterland.

Wohl in keinem Orte des Kreises Borken sind so viele Sagen erhalten als in Heiden.

Geschichte des Guts Engelrading

Der Name der heutigen landwirtschaftlichen Anlage Engelrading kommt vermutlich von

,,Engelberts Rodung, wobei die Volkssage eine weitaus interessantere Erklärung bereithält.

So soll dem Mönch Ludgerus, als er die Missionierung der uneinsichtigen Heiden ( daher auch

der Name der Ortschaft Heiden ) endgültig aufgeben wollte, auf der Gemarkung unserer

Hofanlage ein Engel des Herrn erschienen sein, der ihn zur Umkehr bewegt haben soll, um noch

einen versuch zu Starten. Er tat wie ihm geheißen, fortan waren auch die Heiden in Heiden vom

rechten Glauben beseelt. So der Volksmund, aber jetzt zu den historischen Fakten:

1316 erste urkundliche Erwähnung einer Schutz und Trutzburg des Ritters Goswin von Gemen,

 angelegt gegen die Herren von Heiden, die Burg wechselte jedoch bald den Besitzer,

die Heidener Herrschaft setzte sich durch. Wann der Umzug von Burg Heiden

 ( nicht mehr vorhanden, im laufe der Jahrhunderte zerstört.)

nach Engelrading stattfand ist zeitlich nicht belegt. Sicher ist aber, das 1333 Menso I. von Heiden

als Parochianus ( Pfarreingesessener ) in Borken bezeichnet wird, dass lässt den Rückschluss zu,

das er zu dieser Zeit schon im Borkener Kirchspiel Engelrading gewohnt haben dürfte.

Sein jüngster Sohn, Wennemar II, 1369 als Inhaber der Burg genannt, war ständig in Fehden

verwickelt, so 1370 mit dem Ritter von Raesfeld und den Herren von Velen und Bernenfelde, wo er siegte 1372/73 wendete sich das Schlachtenglück gegen ihn, als er gegen Raesfeld,

 Lembeck und Gemen focht, durch Reparationen ging ein großer Teil der Freigrafschaft verloren.

( Reparationen - Kriegsentschädigungen, Leistungen, die der im Krieg unterlegende Staat als Ersatz für Kosten und Verlust des Siegers zu erbringen hat. )

 

Engelr._klein

                                                         Gut Engelrading

Scheune_klein

                                                       Scheune ( Schuppen )

Kanonenk 303

                                   Nordseite des Schuppens mit eingemauerter Kanonenkugeln

                                      
Fundam__klein

                             Fundamente um 1316 zur Zeit, Ritter Goswin von Gemen

 

Im Zeitraum von 1381 - 1379 wurde die Burg Engelrading von Bischof Heidenreich von Münster

belagert und letztendlich geschleift. In dieser Zeit war das Raubrittertum in Adelskreisen weit

verbreitet, es kann also sein, dass diese Belagerung dadurch zu erklären ist. Es ist durchaus möglich, dass die in der Nordseite des Schuppens eingemauerte Geschosskugeln aus diesem

Kampf stammen, denn in dieser zeit wurde noch mit Katapulten gekämpft und für einen

 gezogenen Kanonenlauf, wie er im Dreißigjährigen Krieg verwendet wurde, sind die Geschosse

unregelmäßig gearbeitet. 1490 wird ein Wennemar von Heiden als Burgherr genannt.

 Arnold von Heiden verkauft 1638 Haus und Gut an Graf Alexander von Velen zu Raesfeld

 und an dessen Vetter, den Freiherrn Dietrich von Velen zu Velen. Dessen Nachkommen

 gerieten so in Schulden, das am 12.06.1698 Endelrading mit allem Zubehör und Gerechtigkeiten,

 mit Bauern und Lehnsgütern für 24 000 Reichstaler an den Freiherrn Christoph Alexander

 von Velen verkauft werden mußte.

Das Haus und der Hof waren zu dieser Zeit so verfallen, dass das Anwesen zwischen 1704 und 1732 fast gänzlich neu wieder aufgebaut werden musste. Davon zeugt auch noch die Jahreszahl

1707 über dem Kamin im Haupthaus.

Mit dem Tod des Freiherrn Hermann Anton Bernhard von Velen erlischt der Mannesstamm derer

von Velen, der König von Preußen als Graf von Rarensberg zieht daraufhin die Freigrafschaft Heiden

und Engelrading als Lehen ein und schenkt sie den Obrist Wachtmeister Graf Wilhelm von Anholt.

Dieser läßt das Lehen zum Erblehen machen und verkauft es in Gold an Anna Theresia von Velen. am 16.06.1768 für 11 000 Reichstaler

Am Vorabend der Nazi Diktatur, zur Zeit der Massenarbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise am

20.02.1932 wurde das Gut von dem Grafen Landsberg Velen an die Witwe des Fabrikanten

Wilhelm Essing verkauft, die es mit rund 300 Morgen Land für 98 000 Reichsmark übernahm.

Die heutige Eigentümerin ist Christiane Plöger aus Greven eine direkte Nachfahrin der familie Essing.

Bewohnt und bewirtschaftet wird das Gut von Familie Heinz Josef Wienen.

Auf Engelrading wurde auch Recht Gesprochen:. ( Freistuhl )